LÖRRACH singt…und ZÜRICH erwacht samstäglich ruhig im noch «wohltemparierten» HB, wo 32 Menschen, «LES CHORISTES» sich zusammenfanden zum gemeinsamen Gesang in Lörrach. Urs und Annalis Schelbert übernahmen gleich die Schirmherrschaft und Begleitung für diesen Tag. Unser Wagen war SBB-like reserviert und die Plätze beschriftet mit «AdHoc Schelbert»… Um punkt 08.00 Uhr rollte der Zug Richtung Basel, wo die berühmt/berüchtigte 6-Minuten-Umsteigezeit problemlos gemeistert wurde und wir um 09.27 Uhr in Lörrach eintrafen. Auf unserer Reise wurden wir ausserdem von Veronika Haase`s Mutter und Schwester aus Deutschland begleitet, welche unsere Gesellschaft sichtlich genossen.

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Und auch hier: Hot, hotter, the hottest…Gefühlte und gemessene ça 30 Grad auf dem Asphalt. Urs & Annalis Schelbert hiessen uns nochmals herzlich willkommen und erklärten den Tages-Ablauf und hinter dem bereits legendären «Ad-Hoc-Chur-Urdorf-Schirm» schlenderten wir erwartungsvoll in die nahegelegene Innenstadt und zum Herz der Stadt: zum MARKTPLATZ. Staunende Gesichter über Architektur, Fassaden und Geschäfte rundum – erstes Fotoshooting auf der Treppe der «Löwen-Apotheke», beobachten der letzten Vorbereitungen zum Startschuss des Anlasses um 10.00 Uhr, der heute zum 18. Mal über die Bühne geht. Begrüssung durch je ein Mitglied des Lörrach-singt-OK und der Stadt, dann endlich eine zögerliche Aktivierung unserer Stimmbänder mit An-/Einleitung des einheimischen Sängers und Gitarristen Erhard Zeh, der uns mit seinen Cover-Versionen bekannter Hits von «Spiel mir eine alte Melodie» bis «If I had a Hammer» animierte mitzusingen. Heidi Dällenbach wurde gar die Ehre zuteil, in einem Interview des SWR ihre Motivation und Gründe für die Teilnahme am Anlass ins Mikrofon des Reporters zu hauchen…

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In Gruppen oder allein zogen wir los, um a) andere Chöre zu hören und zu sehen, b) Bedürfnisse nach Kaffee usw. zu befriedigen und c) für Alle: sich möglichst «schattenhalb» und langsam zu bewegen… Viele kleine und grosse musikalische «Song-Perlen» und «Neuentdeckungen» waren zu bestaunen oder stirnrunzelnd zur Kenntnis zu nehmen an den 14 Plätzen, wo sich die Chöre im 20-Minuten-Rhythmus abwechselten. Schwierig, sich unter diesen Chören (ca 1300 Chor-Menschen) den Besten oder Originellsten auszusuchen, aber darum geht es ja nicht heute – Spass und Freude am eigenen und anderen Gesang steht im Vordergrund – und Grund zur Freude gab`s zuhauf. Um 11.45 Uhr wieder grosses Treffen unsererseits auf dem Marktplatz, wo wir mit gesundem Appetit Richtung «Brauhaus Lassner» aufbrachen und im Saal des Restaurants unser 3-Gang-Menu genüsslich einnahmen – immer sehr darauf bedacht, nicht zu «kleckern» auf unsere weisse Gewandung - und uns darnach langsam mit unserem Auftritts-Outfit und letztem Blick auf die Texte unserer Lieder beschäftigten…Kurzes Einsingen und Proben mit unserer Dirigentin Géraldine und darauf wieder auf die «Strasse der Lieder»!

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ZWANZIG MINUTEN waren die Vorgabe für unsere NEUN LIEDER, die wir ab Februar 2019 oder länger zurück einstudierten und nun AUSWENDIG vor Publikum zum Besten gaben – Um 14.30 Uhr erwarteten uns vor dem Pelzgeschäft Klauser schon einige interessierte Gesichter. Ein letztes «Seht ihr mich ALLE???» von Géraldine (übrigens und nebenbei gesagt: schwierig für Bass-Sänger…) Unsere Lieder: INTRADA – S`isch äbe ne Mönsch uf Aerde – UEBERLEG DIR`S – Cerf-volant – UNE ÎLE AU SOLEIL – Abiglüte am Zürisee – WEIT WEIT WEG – Schuld war nur der Bossa-Nova – CAN`T HELP FALLING IN LOVE. Grosser und verdienter Applaus der anwesenden interessierten Menschen und eine für uns ungewohnte Kulisse mit vorbeischlendernden Einkaufs-Menschen und Touristen. Aber das gute Gefühl, das BESTE gegeben zu haben und vor ALLEM das befreiende AUSWENDIG-Singen erzeugte ein Glücksgefühl erster Güte. Gleich zusammenpacken und zum nächsten Auftrittsort Marktplatz Nord und das Ganze nochmals von vorn, in anderer Umgebung und neu motiviert (jetzt unter heissem Vorzelt). DANKE GERALDINE – für Motivation, Geduld, Deine Fähigkeit, die Lieder immer wieder in veränderten Variationen und Tempi zu proben und Vieles mit uns auszuprobieren – das macht unser Singen spannend und anregend und staunenswert!

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Ab 15.30 Uhr dann wieder «grosse Freiheit» unserer Gesangs-Truppe: Erneutes «das möcht i no go lose und luege» oder «ich la mi la triibe» und so kamen wir in kurzen Genuss einzelner Liedstrophen da und dort: Von «Liebeskummer lohnt sich nicht» über «A-capella-Gesang» vom Feinsten bis hin – abseits vom Treiben der Welt – zur Ruhe und Stille in der Stadtkirche an der Baslerstrasse. Mit welcher Ausdruckskraft die drei Sänger von «Jüützig`s» transalpine Naturjodel-Töne von sich gaben, war eindrücklich und wohltuend, (kalte) Hühnerhaut erzeugend… So kam wohl jeder von uns zu seinen eigenen Entdeckungen und Gesangsfreuden – aktiv und passiv!

Um 1700 Uhr dann erwartungsvolles Schlussbouquet auf dem Burghof-Platz – darüber Worte verlieren? Diese langatmige und etwas weltfremde Veranstaltung hatte mit unserer Vorstellung von Abschluss eines Gesang-Festes nichts zu tun und «von Artikel 26 bis Artikel 72» der Kinderrechtskonvention bleibt nichts Nachhaltiges hängen, so mein Empfinden vor Ort. «Die Antwort weiss ganz allein der Wind»… Aber Lindenblüten, die leicht und leise in unsere Gläser und Kleider fielen, die Abendsonne die durch die ewigen Lindenbäume schien, unsere Chormenschen neben, hinter, vor uns und Kies zum scharren in der Gartenbeiz des Burghofs, Hut-Kollektionen aller Farben und Arten vor unseren Augen waren einzigartig und daran denke ich (und hoffentlich auch Ihr) gern zurück. Vor Abfahrt der Zuges in Lörrach um 1831 via Basel nach Zürich «schmetterten» wir noch in der Bahnhofshalle unseren «Hasbächler» und die «Intrada» für die Reisenden, die nach Abschluss des Tages in alle Himmelsrichtungen strömten.

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DANKE FÜR DIE LIEDER, DIE IN MIR KLINGEN,

DANKE FÜR DEN SPASS AM SINGEN!

WAS WÄR DIESES LEBEN, WAS WÄREN TRAUER UND GLÜCK – OHNE MUSIK?

WAS WÄR DIE WELT? WAS WÄR`N WIR OHNE SIE?

DRUM SAG ICH:

DANKE FÜR DIE LIEDER, FÜR JEDE MELODIE!

(Lörrach singt: Eröffnungslied 2019)

Und GROSSES DANKE unserer Schirmherrschaft «the Schelby`s» für tolle Organisation der Reise in «ferne Gefilde», für Tips und vorausschauendes Zeitmanagement.

Text: Kilian Fäh, 30. Juni 2019 / Fotos: Urs Schlbert / Kilian Fäh / Heidi Hausegger

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