Grosserfolg mit Patrick von Castelberg

Freitag, 26. Juni 2009 in der neuen reformierten Kirche

concert 3Rund ein Jahr lang hatten wir Sängerinnen und Sänger unter der Leitung unserer Dirigentin Susanne Eggimann an den Glanzpunkten unseres diesjährigen Konzerts herumgefeilt. Immer wieder war der Schweiss in Strömen auf die heiklen Stellen in den Notenblättern der „Straussiade“ geflossen, und bei den drei Abba-Songs hatten wir uns vor allem mit dem englischen Text, den Pausen und der Reihenfolge der Wiederholungen abgemüht. Und dann erst Offenbachs „Barcarole“ - bis sich da die einzelnen Stimmen zum richtigen Rhythmus fanden! Das kostete unsere arme Dirigentin einiges an Stehvermögen und Nerven. Als dann aber unser Pianist Dominik Brühwiler zu den Proben erschien und wir die ganze Klangfülle der einzelnen Werke verinnerlichen konnten, ging vieles viel leichter, und langsam. aber sicher kam Vorfreude auf. Diese verstärkte sich noch, als unser „spezial Guest“, der Tenor Patrick von Castelberg, unseren Übungsraum mit seiner tollen Stimme und seinem bescheidenen, sympathischen Wesen erfüllte.


Glanzvoller Beginn bei vollem Haus

Nun aber war diese ganze anstrengende, aber auch spannende Vorbereitungszeit Geschichte. Wir standen in einem Unterrichtszimmer der neuen reformierten Kirche und sangen uns gründlich ein. In feierlicher Aufmachung (schwarze Kleidung, grüne Krawatten oder Tüchlein), das Notenheft auf der Seite des Publikums haltend und voll konzentriert marschierten wir durch die Eingangstüre zum „Konzertsaal“. „Wie gut gefüllt würde die Kirche sein?“ dürfte sich manch einer oder eine von uns gefragt haben. Ich selber hatte mit rund 250 Besuchern gerechnet und machte grosse Augen, als ich realisierte, dass die rund 400 Personen fassende Kirche bis zum letzten Platz gefüllt war. Das waren ja mehr Leute als am traditionellen Neujahrskonzert! Solche Gedanken galt es aber jetzt zu concert 2verdrängen. Wir bestiegen unter dem tosenden Applaus des gut gelaunten Publikums die eigens für unseren Auftritt aufgebauten Podeste. Das fängt ja schon vor dem ersten Ton richtig gut an, ging es mir durch den Kopf. Gepackt von der tollen Stimmung, legten wir nun zur Eröffnung unseres Konzerts einen beherzt und präzis gesungenen und von unserer Dirigentin Susanne Eggimann schön gestalteten Volkslieder-Block hin. Das abschliessende „Funiculi, funicula“ mit unserem Solisten Patrick von Castelberg löste gar eine ersteBegeisterungswelle aus. Darnach waren unsere drei Abba-Lieder „Mamma mia“, „I have a dream“ und „Money, money, money“ an der Reihe. Wir wussten von den Proben her, dass diese Stücke schwieriger zu singen sind als man ihrer Eingängigkeit wegen eigentlich meinen würde. Darum gelang es uns hier nicht ganz, so frisch von der Leber weg zu singen wie bei den vorangegangenen Liedern. Dennoch hatte unser Publikum seine Freude an diesen Jahrhundert-Hits. Nun konnten wir uns nun etwas zurücklehnen, denn Patrick von Castelberg gab in seiner ersten Solo-Einlage einige begeistert aufgenommene Elvis Presley-Evergreens zum Besten.


Zweiter Teil: Das Publikum wollte uns kaum gehen lassen

Jetzt war Pause. „Würden wir die Spannung und Konzentration, aber auch die ansteckende Begeisterung, die uns im ersten Teil so ausgezeichnet hatte, auch nach der Pause noch beibehalten können?“ fragte ich mich insgeheim nach unserem wunderbar gelungenen Einstieg. Nachdem wir unsere Kehlen befeuchtet und die grünen Krawatten und Tüchlein durch rote ersetzt hatten, schritten wir zum zweiten Teil. Und nach der prima gelungenen „Barkarole“ war mir klar: Es ging im gleichen Stil weiter! Getragen vom wohlwollenden Publikum, stürzten wir uns nun mutig in die Straussiade, ein Medley mit Ohrwürmern aus der Fledermaus und dem Zigeunerbaron von Johann Strauss. Zu meiner Freude vermochten wir unsere Sequenzen mit echt operettenhafter Beschwingtheit zu singen, und auch Patrick von Castelberg meisterte seine Soloteile souverän. Das viele Üben hatte sich gelohnt! Während unser Solo-Tenor nun eine begeisternde Puccini-Arie sang, konnten wir etwas Luft holen für die abschliessenden Gospels. Hier fuhren vor allem die zusammen mit unserem Solisten gesungenen Lieder „Oh happy day“ und „Amen“ ein und begeisterten unser Publikum deutlich hörbar. Am Schluss wollte uns der tobende Saal kaum abziehen lassen, so dass es uns vergönnt war, mit der Wiederholung des „Funiculi, funicula“ einen ebenso unprogrammgemässen wie glanzvollen Schlusspunkt zu setzen.

concert 1Natürlich sind an einem Chorkonzert immer die Singenden die Stars. Aber einen entscheidenden Anteil am guten Gelingen hatte neben unserer Dirigentin Susanne Eggimann natürlich auch unser Pianist Dominik Brühwiler als bewährt-sicherer Fels in der Brandung sowie unser Perkussionist Beat Luginbühl, der uns bei den Abba-Songs mit seiner gefühlvollen Begleitung sicheren Halt 

Es war übrigens nicht nur die Musik alleine, die unsere Vorstellung zu einem gelungenen Event werden liess. Ein Quartett junger Damen und Herren trat zu diversen Werken in dazu passender Aufmachung auf und veranschaulichte das Gehörte pantomimisch aufs Vortrefflichste. So wurde der Ohrenschmaus gleichzeitig auch zu einem Augenschmaus.

Zum Schluss wollen wir allen, die uns hinter und vor den Kulissen so perfekt unterstützt haben, ganz herzlich danken. Dazu gehören auch die Helferinnen der Frauenriege, die in der Pause die Festwirtschaft betrieben, die Beleuchter, die Podestbauer, die reformierte Kirchenpflege und nicht zuletzt der äusserst zuvorkommende Hauswart.

Bericht: Toni Blaser

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